Markus Kolp

Mundmaler
geb. 1966 in Augsburg
Stipendiat der VDMFK ab 2004, assoziiertes Mitglied seit 2011


„Mein Traumberuf war Pilot“, erinnert sich der Mundmaler Markus Kolp. Doch im Alter von 16 Jahren wurde sein Traum durch einen tragischen Mopedunfall zerstört. Trotzdem hat Markus Kolp nicht aufgegeben: Wenngleich er für lange Zeit zurückgezogen lebte, bekam er durch die Unterstützung seiner Familie neuen Mut und fasste vier Jahre nach seinem Unfall den Entschluss, einen Neuanfang zu wagen.

Markus Kolp, der in der Nähe von Augsburg zusammen mit sechs Brüdern aufwuchs, lag nach seinem Unfall zwei Wochen im Koma. Danach musste er für fünfeinhalb Monate künstlich beatmet werden. Weitere vier Monate vergingen, ehe er schließlich die Rehabilitationsklinik in Murnau verlassen durfte, in die er verlegt worden war. Er blieb vom Hals abwärts gelähmt. Auch das Sprachzentrum seines Gehirns war geschädigt worden. „Der Unfall hat bei mir viel kaputt gemacht“, erinnert er sich heute, „es war wie bei einem Computer, bei dem die Festplatte gelöscht wurde. Ich sah Gemüse, wusste, wie es schmeckt, aber nicht, wie es hieß. Beim Schreiben war es dasselbe: Als man mich dazu bringen wollte, mit dem Mund ein ‚T‘ zu schreiben, wusste ich nicht, was das ist.“

Doch Markus Kolp gab nicht auf: Er beschloss einige Jahre nach seinem Unfall, einen Neuanfang zu wagen. Er wollte die Realschule besuchen und Bauzeichner werden. Mit Hilfe der Stiftung Pfennigparade kam er nach München. „Ich war 21 und saß in der siebten Klasse!“, erzählt er, „dort bin ich zum ersten Mal mit Kunst und Kunstgeschichte in Kontakt gekommen.“ Das hat ihn so motiviert, dass er nach seinem erfolgreichen Realschulabschluss auch zu Hause Aquarellbilder malte.

Sein Berufsziel Bauzeichner konnte er zwar nicht realisieren, doch nach und nach entdeckte Markus Kolp seine Leidenschaft für das Malen. „Es ist schön für mich, wenn ich merke, dass ich selbstständig etwas machen kann. Malen ist aufregend, da kann ich eintauchen und mich ganz ins Motiv hineinfühlen.“

Mit großer Geschicklichkeit und Präzision und einem ausgeprägten Gespür für die Farben bewegt Markus Kolp den Pinsel auf dem Aquarellpapier. Von Beginn an zählten Landschaften und Pflanzen zu seinen Lieblingsmotiven. Nicht zuletzt weil Aquarellieren eine sehr schwierige Maltechnik ist, beeindrucken seine Kunstwerke und deren hohe Qualität.

2004 wurde er als Stipendiat in die Vereinigung der Mund- und Fussmalenden Künstler in aller Welt e.V. (VDMFK) aufgenommen, seit 2011 ist er assoziiertes Mitglied und fühlt sich dort sehr wohl. „Das Schöne daran ist nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch, dass man unter die Leute kommt und sich mit Gleichgestellten austauschen kann.“ Inzwischen sind Markus Kolps Bilder durch Ausstellungen und vor allem auch durch die Grußkarten und Kalender des MFK-Verlags bekannt.

 

KÜNSTLERAKTIVITÄTEN


Spannende Auseinandersetzung

Aktionskünstler, Bildhauer, Zeichner, Kunsttheoretiker, Professor an der Kunstakademie Düsseldorf: Joseph Beuys, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, war ein Jahrhundertkünstler. Von den einen verehrt, von den anderen als Spinner abgetan. Doch kaum einen Menschen haben seine Werke unberührt gelassen. So ging es auch den Künstlerinnen und Künstlern des Kunstvereins Schwabmünchen, die sich anlässlich des Beuys’schen Jubiläums mit seiner Person und seinem Wirken auseinandergesetzt haben. Zu sehen sind die Ergebnisse nun ab Freitag, 6. August 2021, in der Ausstellung mit dem Titel „100 Jahre Beuys – und jetzt?!“. Selbstverständlich ist auch Mundmaler Markus Kolp wieder mit einigen Gemälden dabei. Wer ihn zu seinen Gedanken und Ideen rund ums Beuys’sche Werk befragen möchte, hat dazu bei der Vernissage Gelegenheit: Sie geht am 6. August 2021 um 19 Uhr in den Räumen des Kunstvereins, Bahnhofstraße 7, los.

Die Schau ist bis 22. August 2021 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.


Von außen betrachtet

Nur von außen zu sehen – genauer gesagt: im Schaufenster des Kunsthauses in der Bahnhofstraße 7 – ist die aktuelle Ausstellung der Künstlerinnen und Künstler des Kunstvereins Schwabmünchen. Grund für diese ungewöhnliche Schau sind natürlich die Corona-Maßnahmen. Wer genau hinsieht, entdeckt unter den gezeigten Werken auch das 36 cm x 48 cm-große Gemälde „Apfelpracht“, mit dem Mundmaler Markus Kolp die Ausstellung unterstützt. Denn die Schaufenster-Schau dient nicht nur dazu, Interessierten und zufälligen Passanten kunstvolle Eindrücke zu verschaffen. Tatsächlich bieten die Kunstschaffenden ihre Werke zum Verkauf an, um mit einem Teil des Erlöses ihren Verein finanziell zu unterstützen. Da es keine Öffnungszeiten gibt, lässt sich die Ausstellung quasi rund um die Uhr besuchen. Wer es nicht schafft, bis zum Ende der Schaufenster-Ausstellung am 18. April 2021 dort vorbeizuschauen, kann sich die Gemälde auch im Internet ansehen .


Kunst in Corona-Zeiten

Sie sind – wie wir alle – Zeugen einer außergewöhnlichen Zeit, die Künstlerinnen und Künstler des Kunstvereins Schwabmünchen, zu denen auch Mundmaler Markus Kolp gehört. Ihre Erlebnisse, Erfahrungen, Gedanken und Assoziationen aus den Wochen und Monaten des Lockdowns haben sie in Gemälde, Fotografie, Zeichnungen, Texte und Musik umgesetzt. Unter dem Titel „Corona-Tagebuch“ sind diese Kunstwerke jetzt vom 24. Juli bis 9. August 2020 im Rahmen der jährlichen Mitgliederausstellung in den Räumen des Kunstvereins Schwabmünchen zu sehen. Mit dabei das Werk „Blaue Stunde“, das Mundmaler Markus Kolp mit Acrylfarben auf der 30 x 30 Zentimeter großen Leinwand geschaffen hat.

Die Vernissage zur außergewöhnlichen Dokumentation einer außergewöhnlichen Zeit findet am Freitag, 24. Juli 2020, um 19.30 Uhr im Kunsthaus in der Bahnhofstraße 7 in Schwabmünchen statt. Ansonsten können Interessierte sich die Ausstellung jeweils sonntags von 15 bis 18 Uhr, dienstags und donnerstags von 10 bis 13 Uhr und mittwochs von 11 bis 15 Uhr ansehen.

> Weitere Infos gibt es hier 


Ausstellung im Advent

Mindestens einmal im Jahr zeigen die Mitglieder des Kunstvereins Schwabmünchen, was in den vergangenen Wochen und Monaten in ihren Ateliers entstanden ist. Am dritten Adventswochenende, Samstag und Sonntag, 14. und 15. Dezember 2019, jeweils zwischen 10 Uhr und 20 Uhr, ist es wieder soweit: Dann können Kunstinteressierte in den Räumen des Vereins in die künstlerischen Welten der Malerinnen und Maler eintauchen. Auch eine Auswahl von Aquarellen des Mundmalers Markus Kolp wird zu sehen sein. Die Vernissage findet am Freitag, 13. Dezember 2019, um 19.30 Uhr statt.


"Rot" - wie die Feuerwehr

Unter dem Titel „Rot – Kunst im Feuerwehrhaus“ stellt ab 12. September 2019 der Kunstverein Schwabmünchen im Feuerwehrhaus Schwabmünchen (Landkreis Augsburg) aus. Als Mitglied des Kunstvereins selbstverständlich wieder mit dabei: der Mundmaler Markus Kolp. Anlass der Ausstellung „Rot – Kunst im Feuerwehrhaus“ ist der „Tag der Feuerwehren“ am Sonntag, 15. September 2019. Los geht es aber schon am Donnerstag, 12. September, um 20 Uhr mit der Vernissage im Feuerwehrhaus Schwabmünchen (Landkreis Augsburg), das auch bis Ende September die alljährliche Ausstellung der Mitglieder des Kunstvereins beherbergt. Mit dabei ist selbstverständlich auch wieder der Mundmaler Markus Kolp, der diesmal keine Naturlandschaft, sondern seine abstrakte, in Acryltechnik gemalte Stadtansicht „Rote Dächer“ präsentiert. 

> Die genauen Öffnungszeiten finden Interessierte hier